Fachdidaktik: Landeskundliche Aspekte im Russischunterricht

2 SWS; Modul FD, Do, 16.00 - 18.00 Uhr, LS10 - R.301; ab 16.4.2009

Ein alter Mann, kurzsichtig, zittrig, mit Gehstock, irrt Hilfe suchend über einen Moskauer Boulevard einer vermeintlichen Metrostation entgegen, die „früher doch immer hier war“. Schließlich erblickt er ein großes „M“, atmet erleichtert auf und versichert sich noch einmal bei einer rüstigen Rentnerin: „Mütterchen, ist das die Metro?“- Die alte Frau blickt ihn erstaunt an: „Aber nein, Alterchen, kennen Sie denn nicht McDonald`s? Die Metro ist auf der anderen Straßenseite!“

Zugegeben, dies ist nur eine bekannte Anekdote, aber sie ist bezeichnend für die rasanten Veränderungen, die sich für Russland und seine Menschen ergeben haben, Veränderungen, mit denen Lehrbuchdarstellungen (naturgemäß) und das zeitgenössische Bewusstsein der am Lande Interessierten auch hier kaum Schritt halten können.

In einer ersten Phase geht es in der Übung darum, zu untersuchen, in welchem Maße sich der rasante gesellschaftliche Wandel in modernen Russischlehrwerken widerspiegelt; im Vordergrund steht also zunächst einmal die Bestandsaufnahme.

In einem zweiten Schritt soll gemeinsam an dann zu bestimmenden, in den Lehrwerken „ausgesparten Themen“ produkt- und handlungsorientiert gearbeitet werden: am Ende stehen neue, selbst gefertigte Lehrbucheinheiten, die relevante landeskundliche Entwicklungen mit informativen Texten, Fotografien, Illustrationen usw. einfangen.

Abgerundet wird die Übung durch einen theoretischen Teil, in dem verschiedene Konzeptionen der Landeskunde, interkulturelles Lernen und Verständnis sowie Methoden der Öffnung von Unterricht diskutiert werden.