Hauptseminare

050207    A. Puškins Evgenij Onegin                    Düring, M.

2 SWS; Do, 12:00 - 14:00, LS10 - R.301; ab 1.11.2007

Evgenij Onegin gehört wohl zu den am häufigsten besprochenen Wer­ken der russischen Literatur insgesamt. Warum ist das so? Liegt es daran, dass Puškin eine „Enzyklopädie des russischen Lebens“ (so V. Belinskij) verfasste, liegt es an der ungewöhnlichen Form („Roman v stichach“), liegt es an der Ironie des Textes, am Sujet oder an den „ewi­gen“ Themen, die uns auch noch nach langer Zeit sehr frisch und aktuell vorkommen? Wir wollen uns diesem Text, trotz der Vielzahl an Sekun­därliteratur, die zu ihm vorliegt, mit einem freien, unverstellten Blick zu­wenden und zentrale Aspekte wie Erzählerstandpunkt und Perspektive, Intertextualität, Byronismus, den überflüssigen Menschen etc. themati­sieren. Überdies werden wir uns mit der Rolle Puškins im Literaturbe­trieb der Zeit, mit weiteren seiner Werke sowie mit der russi­schen Ro­mantik auseinandersetzen.

Literatur:

(Zweisprachige) Ausgabe Evgenij Onegin als Kopiervorlage im Handap­parat (ab Ende September).

Sekundärliteratur:

A.D.P. Briggs, Alexander Pushkin. Eugene Onegin, Cambridge, 1992.

L. Grossman, Oneginskaja strofa, Letchworth 1977 [1922].

R.-D. Keil, Puschkin und sein Versroman. Eine Einführung, in: A. Puschkin, Jewgeni Onegin. Roman in Versen. Aus dem Russischen und mit einem Nachwort und Erläuterungen von R.-D. Keil, München 1984.

R. Lauer, Aleksandr Puškin: eine Biographie, München 2005.

J. Lotman, Alexander Puschkin, Leipzig 1989.

J. Lotman, Puškin, Sankt Peterburg 1995.

G. Makogonenko, Roman Puškina ‘Evgenij Onegin’, Moskva 1963.

Oneginskaja ėnciklopedija, hrsg. v. N.I. Michajlova, Moskva 1999-2004 (2 Bde).

V.N. Turbin, Poėtika romana A.S. Puškina ‘Evgenij Onegin’, Moskva 1996.


050613    Die Dramatik S. Mrożeks                       Düring, M.

2 SWS;

Mi, 14:00 - 16:00, LS10 - R.301; ab 31.10.2007

Das Schaffen des polnischen Dramatikers Sławomir Mrożek spiegelt in­zwischen fast 50 Jahre polnischer Literatur. Sein Debütstück Policja (1958) ist eine faustdicke Überraschung, mit den daran anschließenden Einaktern Na pełnym morze, Striptease und Karol (1961) schreibt Mrożek sich in den Kontext des Absurden ein, Tango (1964) verschafft ihm den internationalen Durchbruch.

Im Seminar sollen in möglichst breiter Perspektive (d.h. unter Berücksichtigung des polnischen wie europäischen Kontexts [auch des Absurden], der Dramenanalyse, der Figurenkonstellationen sowie der zentralen Themen) die folgenden Stücke besprochen werden: Policja, das Triptychon (Na pełnym morze, Striptease und Karol), Tango, Emigranci (1974), Portret (1987), Miłość na Krymie (1993) und Wielebni (2000). Damit eröffnet sich ein repräsentatives Spektrum des Dramenschaffens Mrożeks insgesamt.

Literatur:

Die Primärtexte befinden sich ab Ende September im Handapparat

Sekundärliteratur:

B. Asmuth, Einführung in die Dramenanalyse, Stuttgart und Weimar 51997.

J. Błoński, Wszystkie sztuki Sławomira Mrożka, Kraków 1995.

S. Mrożek, Balthasar. Autobiographie, Zürich 2007.

050211    Partizipien im Russischen                     Nübler, N.

und Polnischen

2 SWS; Di, 10:00 - 12:00, LS10 - R.301; ab 30.10.2007

Mit dem Partizip verfügen Sprachen über eine hybride Form des Verbs, die Kennzeichen anderer Wortarten (Adjektiv, Adverb) aufweist. Die Partizipialsysteme der drei genannten Sprachen weisen jedoch erhebliche Unterschiede auf. Anhand der vergleichenden Beschreibung an Analyse der Partizipialsysteme sollen die einzelsprachlichen Charakteris­tika herausgearbeitet werden. Dabei ist sowohl die morphologische Bildungsweise der Partizipien, ihr Bestand in den Einzelsprachen als auch die syntaktische Verwendung von Interesse.